Zum Geburtstag gab's einige Bücher von meinem Wunschzettel bei Amazon.de - vielen Dank nochmal an alle, die mich entsprechend bedacht hatten. Eines davon ist "What would Google do?" von Jeff Jarvis.
In diesem Buch beleuchtet der US-amerikanische Journalist und Blogger die theoretisch möglichen Veränderungen diverser Industriezweige bei konsequenter Anwendung einiger Prinzipien von Google. Zuvor erläutert er was den Erfolg von Google ausmacht.
Zusammengefassen kann man die Argumente, die in diesem Buch gebraucht werden, wie folgt:
"Do what you can do best, source out the rest",
Konsequente Kundenorientierung,
dabei Stützung jedweder Entscheidung auf entsprechendes Zahlenwerk
Diese Aussagen hat man auch schon an anderer Stelle in ähnlicher Form gelesen oder gehört, richtig neu ist das alles nicht. Auch die Bewertung diverser Industriezweige ist denn doch eher theoretischer Natur, schließlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Außerdem scheint mir das Credo "damn atoms" ein wenig die Bedürfnisse der zivilisierten Welt zu verkennen (Essen & Trinken? Dach über'm Kopf? Fließend Wasser & Strom? Glasfaserleitung?).
Also was macht das Buch lesenswert? Eine besondere Kombination: das Thema "Google" und die damit verbundene Erfolgsgeschichte, sowie ganz klar die Schreibe von Jeff Jarvis. Das Buch hat einen tollen positiven Grundtenor, der bei aller Kritik an "alten" Industrien nicht verloren geht. Ganz im Gegensatz zu Frank Schirrmachers "Payback", was ich aktuell lese...doch dazu dann demnächst mehr.
Am 15. April hatte ich zusammen mit einem Kollegen die Cloud Computing Tage 2010 besucht. Die Deutsche Kongress hatte u.a. nach Stuttgart eingeladen. Dank Sponsorship durch die GI (schon Mitglied?) wurde die Teilnahmegebühr für uns beide unschlagbar günstig ;-).
Was gibt es dem Nachbericht vom Veranstalter noch hinzuzufügen?
Das Thema wurde natürlich erstmal definiert, nebst Ausprägungen und Abgrenzung. Ins Unreine gesprochen ist eine Cloud nix anderes als ein Service, der über's Internet bezogen wird. Da gäbe es dann
Software as a Service (Nutzung einer Anwendung über das Internet, z.B. GMail oder salesforce.com)
Infrastructure as a Service (Nutzung von Servern z.B. bei Amazon EC2)
und natürlich
Public Clouds (öffentlich nutzbare, wie die oben vorgestellten Beispiele)
Private Clouds (nicht-öffentliche, z.B. Clouds in firmen-internen Rechenzentren)
Hybrid Clouds (der Mix aus Public und Private Cloud)
Wozu das ganze?
Wenn ich nur vorübergehend Rechenkapazit brauche oder gar keinen eigenen Server-Fuhrpark anschaffen kann, nutze ich Anwendungen und Systeme "virtuell" über das Internet.
Beispiel aus dem ersten Vortrag: bei DSDS wird für die Abstimmung nach jeder Sendung ein Abstimmungs-Formular im Internet gebraucht. Das Formular ist immer nur begrenzte Zeit nach der Sendung online und wird dann wieder gesperrt. In der online-Zeit passieren Millionen von Zugriffen, danach bis zur nächsten Sendung null. Warum sollte nun ein Sender wie RTL eigene Rechner für die ganze Staffel anschaffen, um jeweils für ne halbe Stunde pro Woche mit dem Ansturm der Zuschauer gerüstet zu sein? Kostet ja 'nen Haufen Geld. Günstiger geht's per Cloud, wo RTL nach dem Modell "pay-as-you-use" die Rechner eben nur für die tatsächliche Nutzung mieten könnte.
Nun zu meinen Anmerkungen:
Cloud Computing wurde vorgestellt als revolutionäre Evolution in der IT Industrie. Unter anderem wurde von einem "Angriff auf die interne IT" gesprochen. Das gilt mit Sicherheit überall dort, wo existierende Rechenzentren in Teilen oder als Ganzes "in die Cloud" verlagert werden. Aber wie schnell wird das geschehen? Zumindest brauche ich dann eine superextrabreite Internetverbindung damit ich die Services aus der Cloud auch ähnlich schnell nutzen kann, wie im lokalen Netz, das meist besser ausgebaut sprich: schneller ist. Sagt auch Gunter Dueck im neuesten Informatik Spektrum. Was soll ich mit nem virtuellen Superrechner, wenn die Straße dorthin ein Trampelpfad ist. Und bei den Massen an Daten die in manchen Organisationen bewegt werden, ist auch eine tolle DSL-Leitung ein Trampelpfad...
Aber stellen wir uns vor, die Services werden wirklich aus der Cloud bezogen. Zugegeben, als Unternehmen brauche ich dann sicherlich nicht mehr die gleiche Anzahl Mitarbeiter im Rechenzentrum wie heute. Und wie sieht's aus mit Anwendungsentwicklern und R/3-"Beratern"?
Siehe die Tabelle unten mit einem Beispiel aus der SAP-Welt und gegenübergestellt Beispiele der jeweiligen Ebene aus der Cloud-IT. Nutze ich einen Service auf Applikationsebene (Cloud-Englisch: SaaS), bleibt nur noch die Ausgestaltung dieser Anwendung und Anreicherung mit zusätzlichen Services und Apps. Nutze ich "nur" einen Service der unteren Ebene, müssten sich entsprechend weiterhin System-Administratoren, Entwickler und Berater um die jeweils höher liegenden Schichten bemühen.
Erweiterungen
Reports, Anwendungen
Services, Apps
Applikation
SD, MM, FI...
salesforce.com
Platform
R/3
Windows Azure
Infrastruktur
HP mit Unix
Amazon EC2
Also sind hier meiner Meinung nach die Einsparpotentiale nicht so wirklich zu sehen...(nochmal zum Mitschreiben: Das war die gute Nachricht an alle Entwickler und Berater *grins*) ...außer ich kombiniere Cloud IT gleich mit Outsourcing von Systemadministration und Entwicklungsaufgaben. Aber da wären die eventuell zu erzielenden Einsparungen nicht der Wolke zurechenbar.
Was bleibt - und keinesfalls zu unterschätzen ist - wäre dann die Veränderung von fixen (im Rechenzentrum rumdümpelnde Server, die trotz aller Virtualisierungsbemühungen nur zeitweise was zu tun kriegen plus das dazugehörige Personal) hin zu variablen Kosten (weg mit den Rechnern und pay-as-you-use in der Cloud). Allein deshalb wird sich das Thema aber am Markt durchsetzen und dadurch wirklich einige Verändungen mit sich bringen. Aber auch hier gilt es sehr genau zu rechnen und zu vergleichen, ob sich der Einsatz wirklich lohnt.
Achja, und bei all diesen Überlegungen blieb bislang das Thema Datenschutz außen vor. Sind denn meine Daten in der Cloud sicher...? Meiner Meinung nach genauso sicher wie im eigenen mal recht mal schlecht abgesicherten Netz. Aber da sollen andere Experten ihre Meinung kundtun.
Seit Mittwoch morgen ist der Resturlaub vorbei und arbeiten wieder angesagt.
Was ist geblieben?
Nun, die gegenseitige Übertragung von Viren und Bazillen in unserer kleinen Familie hat mich scheinbar nach wie vor verschont. Trotzdem hoffe ich, dass diese Phase bald mal wenigstens eine längere Pause einlegt.
Ansonsten hab ich im Garten mit Papa's Hilfe einen Zaun installiert. Der erfüllt seinen Zweck bislang ganz ordentlich: er soll verhindern, dass unser Nachwuchs die gröbsten Absätze und Tiefen hinunterfällt. Dadurch sind die Stunden im Garten zumindest für uns Eltern ein wenig entspannter.
Und außerdem - siehe Titel - hat in unserem Garten die Kirschblüte eingesetzt. Da unser Kirschbaum (und einige Tuja-Hecken) im Frühjahr stark gestutzt wurden, fällt das leider nicht mehr so üppig aus, wie die Jahre davor. Zum Vergleich hab ich unten die beiden Bilder eingefügt... zwei aus dem Jahr 2007 und eben zwei von diesem Jahr. Aber dass der Baum überhaupt noch blüht beruhigt uns schon ungemein... vielen Dank nochmal an die symphatischen Jungs von der Firma Deister. Vielleicht dürfen wir ja irgendwann mal wieder die Pracht wie in den vergangenen Jahren genießen.
Hui, gestern Abend haben wir einen Gutschein vom Parkhotel Schillerhain genutzt und waren dort lecker essen.
Ich meine: Lecker. LeckerLecker.
Mit einem alkoholfreien Aperitif (was mit Blutorangensaft) und einem Gruß aus der Küche ging's los... Moment, der Gruß aus der Küche: Matjessalat auf Reibekuchen... eine grandiose Eröffnung! Bin ja normalerweise kein Fischfreund, aber in dieser Variante ein absoluter Genuß.
Die Spargelcreme-Suppe war gut gewürzt und passte sich wunderbar zum empfohlenen Silvaner aus Obermoschel. Die Hühnerbrühe meiner Frau war wohl ebenfalls sehr schmackhaft - auch wenn die Fleischbällchen als Einlage nicht wirklich unseren Nerv trafen. Liegt aber wohl eher an diesen Bällchen an sich, als an der Zubereitung.
Dann der Hauptgang. Meine Frau bekam ein Hirschgulasch mit Spätzle und Preiselbeeren. Sehr zartes Fleisch, eine tolle Wildsoße, einfach super. Ach, und meine wunderbaren Spargel mit schmackhafter Sauce Hollandaise waren schon toll... aber dass Kartoffeln soooo schmecken können, ist mir schon lange nicht mehr passiert. Da merkt man, dass der Koch wirklich auf die richtigen Zutaten acht gibt.
Das Vanille-Eis mit Sahne und Erdbeeren - solchen, die wirklich nach Erdbeere schmecken - sowie der Espresso danach rundeten die beiden Menüs solide ab.